FELDPOST VON JOHNNY RHABABER

Wer kennt sie nicht? Die unermüdlichen Menschen, die tagtäglich auf den Raststätten, Bahnhöfen und in Kaufhäusern dafür sorgen, das wir unser Geschäft in einer hygienischen, ja angenehmen Umgebung verrichten können. Und wer hat sich nicht schon darüber geärgert, für seine Erleichterung einen kleinen Obulus entrichten zu müssen?

Das Bild der Toilettenfrau/ des Toilettenmannes ist so zwiespältig wie kaum eines anderen Berufes. Doch verdienen diese Menschen nicht unseren tiefsten Respekt dafür, das sie unsere Launen ertragen und unsere Fäkalien beseitigen? Ich denke ja! Mit einem Hungerlohn abgespeist, sind sie auf den Gewinn angewiesen, den sie durch ihrer eigenen Hände Arbeit erwirtschaften. Das Berufsbild der Toilettenfrau/ des Toilettenmannes kann getrost als Vorläufer der heute so populären „Ich-AG“ bezeichnet werden. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, als Toilettenfrau/ Toilettenmann zu arbeiten, sollte es mir, aus welchen Ggründen auch immer, einmal nicht mmehr möglich sein, meinen erlernten Beruf auszuüben. Ich betrachte es als ein hohes Gut, wenn man erhobenen Hauptes bereit ist, eine solche Bürde zu tragen und sich damit den Respekt seiner Mitmenschen zu erkämpfen. Gerade in schwierigen Zeiten wie der unseren brauchen wir Menschen, die vor Opfern nicht zurückschrecken und bereit sind auch ungeliebte und unsaubere Berufe wie Toilettenfrau/ Toilettenmann, PolizistIn, LehrerIn oder FußballtrainerIn zu übernehmen. Diese Menschen nehmen in meinen Augen eine Vorbildfunktion ein, da sie auch in schwierigen Situationen den Kopf nicht in den Sand stecken. Irgendwann geht es eben auch wieder bergauf. Das Leben hält nicht nur Sonnenschein für uns bereit. Ich denke, unsere Gesellschaft wäre eine bessere, hätten wie wieder Respekt vor den „„kleinen Leuten““ die auch ein Motor unserer Gesellschaft sind. In den USA zum Beispiel ist es auch für einen Professor keine Schande, morgens vor der Arbeit Zeitungen auszutragen. Das wäre zur Zeit in Deutschland undenkbar. Der falsche Stolz, der es uns verbietet, „unqualifizierte“ Arbeiten auszuführen, ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe für den Niedergang unserer Wirtschaft. Nur wenn alle mit anpacken, geht es auch wieder bergauf. Wenn nicht alle beginnen, Abstriche zu machen und nicht bereit sind, Verzicht zu üben, sehe ich schwarz für unser Land.

Und so kann ich nur abschließend sagen: Ich wäre froh eine Toilettenfrau/ Toilettenmann zu sein!

Johnny Rhababer

Written by Falk Fatal

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