NEUE PLATTEN VON DIRTY FACES


Dirty Faces zählt zu den Labels, die ich mag. Der Grund? Labelboss Volker hat einfach ein gutes Händchen für gute Bands. Eine Platte, die das Dirty-Faces-Logo trägt, gehört meist zu den Guten. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass auf Dirty Faces mal ein Totalausfall veröffentlicht wurde. So ist das auch bei den jüngsten Platten, die bei Dirty Faces erschienen sind.

Fangen wir mit The Pikes und deren Mini-Album „No name Street“ an. Das ist zwar schon im vergangenen Jahr erschienen, ist euch aber trotzdem wärmstens ans Herz gelegt. Feinster Power-Pop, der ganz stark nach Nordirland anno 1978 klingt – also Bands wie Rudi oder Undertones. Auch eine Prise The Jam und The Chords sind zu hören. Toll, toll, toll. Und so sehen die Jungs aus.

Nicht minder großartig ist das neue Album von Sunpower, das den hübschen Namen „Bondage“ trägt. 15 Songs, die an das beste des amerikanischen Hardcores erinnern. Einfach geil, was die Band da hinlegt. Black Flag, D.I und vor allem Dead Kennedys kommen mir in den Sinn. Letzteres liegt hauptsächlich am Sänger, dessen Stimme so dermaßen an Jello Biafra erinnert, dass ich mich beim ersten Hören echt gefragt habe, ob ich es hier nicht mit einem neuen Projekt des Ex-Dead Kennedys-Frontmann zu tun habe. Geile Scheibe! Und hier noch ein Live-Video.

Das Debütalbum von Braindead aus Hamburg, „Weapons of the Weak“, kann da nicht ganz mithalten. Die Jungs gibt es seit fast zehn Jahren, haben Konzerte in halb Europa gespielt und verstehen ihr Handwerk. Musikalisch orientiert sich die Band an Leftöver Crack, Operation Ivy oder auch Bad Brains. Will heißen, heftige Hardcore-Attacken treffen Reggae und Dub. Skacore nennt man das wohl. Mir gefällt es streckenweise recht gut, doch auf die komplette Dauer von 16 Liedern wird es dann doch ein wenig eintönig. Weniger ist manchmal mehr.

Die folgenden Bands müssen eigentlich nicht mehr vorgestellt werden. MDC und The Restarts teilen sich eine hübsch aufgemachte Split-CD. MDC zählen zu den großen, alten US-Hardcore-Bands der 80er Jahre. Ihr Song „John Wayne was a Nazi“ ist ein absoluter Klassiker. Und die Restars zählen derzeit zu besten englischen Punkbands. Zusammen ergibt das eine brisante Mischung! MDC klingen so angepisst und aggressiv wie seit mindestens 20 Jahren nicht mehr. Geil, das die alten Herren noch so auf den Putz hauen können, hätte ich nicht gedacht.Und die Restarts? Die machen da weiter, wo sie mit ihren letzten Album aufgehört haben. Rotziger Sing-A-Long-Pogo-Punk der die Bude zum wackeln bringt. Geile Split-Scheibe, mit zwei Bands in Top-Form.

Nur eine Bitte hätte ich, hört doch auf die Booklets der Promos zu zerschnippeln. Klar, ich weiß, die CD könnte ja jemand sonst bei Ebay vertickern und vier Euro damit verdienen. Mach ich aber nicht, von daher bitte künftig nur noch lochen, ok?

Alle Platten sind bei Dirty Faces Records erschienen

Written by Falk Fatal

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