MIND THE GAP #12

Bild: Mind the Gap

Nichts ist so alt wie Zeitung von gestern. Bei Fanzines stimmt das nur bedingt. Die rund eineinhalb Jahre alte 12. Ausgabe des Mind the Gap beweist das eindrucksvoll. 

Eines vorweg, die Nummer 12 des Mind the Gap ist schon über ein Jahr alt. Die Nummer 13 ist auch schon ein Weilchen draußen (review folgt bald). Dass soll euch aber nicht vom Kauf abhalten, denn es gibt einige gute und zeitlose Interviews, die sich zu lesen lohnen. Den Anfang macht Rocko Schamoni, der ausführlich befragt wird. Intelligenter Mann, der kluge Antworten auf kluge Fragen gibt. Das Interview mit Doug Dagger von den Generators dagegen fällt eher unter die Kategorie Standardkost. Wirklich interessantes gibt es nicht zu erfahren, außer dass das Leben früher härter war. Gähn. Besser sind dann wieder die Gespräche mit den Emils, die ausführlich Auskunft darüber geben, warum sie sich wieder zusammengefunden haben. Das Interview mit Alex Schwers, Organisator vom Ruhrpott Rodeo und mittlerweile von Slime, gibt Einblicke in die Organisation seiner Festivals. Jack Grisham, Sänger von TSOL, vertritt interessante Thesen und scheint überhaupt ein spannender Charakter zu sein. Ich denke, sein jüngstes Buch werde ich mir mal zulegen. Die Broilers, die auf den Seiten danach folgen, hätte ich icht gebraucht. Dafür kommen CJ Ramone, der letzte Bassist der Ramones, und Heimatglück zu Wort. Zudem noch Berichte über Sham 69, das Rebellion Festival und Infa-Riot.

Dazu noch veraltete Reviews und Konzertberichte. Sehr schön dort übrigens folgende Zeilen: “…ich laufe spontan ins Störte, wo KOTZEN bereits gespielt haben und FALK FATALS Punk-Wave-Sensation FRONT schon ihr Set begonnen haben. Auf Platte schon enorm gut, gefällt mir die Band live noch mehr. Der sehr spartanisch inszenierte Sound hat hier etwas mehr Fülle und Seele, die angenehm kurzen Songs fliegen wie hochnäsige Beleidigungen um die Ohren und die Band versprüht inszenierte Arroganz. Danach habe ich noch einen netten Plausch mit Gitarrist Peter (sic!), der mir anvertraut, vorher sogar schon bei UNTERGANGSKOMMANDO gespielt zu haben. Eine begrüßenswerte Entwicklung! Als ich die Hälfte des Rotweins über meine Schuhe statt in den Mund schütte, wird’s Zeit zu gehen.“

Das Mind of Gap lässt sich sehr gut lesen, es ist hübsch gestaltet und unterhält mich blendend. Eine gelungene Mischung aus altem Punk und Hamburg – vielleicht eine Mischung mit der nicht alle klarkommen, aber die haben dann einfach keine Ahnung. Mir gefällt’s gut. Gutes Fanzine!

P.S. Ihr fragt euch vielleicht, warum das MtG #12 erst jetzt besprochen wird? Mir wurde es erst vor ein paar Wochen zugeschickt. Darum.

 Das Mind the Gap kann hier bezogen worden.

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Written by Falk Fatal

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