CRUOR HILLA – Heteroaufstand in Homotown CD

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Cruor Hilla aus Berlin veröffentlichen ihr zweites Album und das dürfte allen, die Punkrock gerne etwas ausgefallener mögen, gut gefallen.

Es gibt eine neue Rubrik auf trashrock.de und die trägt den Namen Neu & talentiert. Der Schluss liegt nahe, dass hier keine arrivierten Bands oder Künstler abgefeiert werden, sondern der Nachwuchs vorgestellt werden soll. Wobei Nachwuchs hier weniger mit dem Alter der Musiker als mit dem Alter der Band zu tun hat. Und in manchen Fällen werden hier auch mal Bands gefeatured, die es schon etliche Jahre gibt, dann aber nur, wenn es sich um Bands handelt, die hierzulande kaum bekannt sind. Neu & talentiert ist also für Bands, die am Anfang stehen und für ausländische Bands, die hierzulande kaum jemand kennt, gedacht. Hinweise nehme ich gerne entgegen.

Cruor Hilla ist eine Punkband aus Berlin, die sich 2006 gegründet hat. Im Jahr 2011 veröffentlichte das Trio ihr erstes Album “Zwischen The Cure und The Clash…”. Knapp zwei Jahre später ist der Nachfolger “Heteroaufstand in Homotown” erschienen.

Das sich die Band selbst nicht ganz ernst nimmt, merkt man schon am Anschreiben, das zwischen Understatement und Größenwahn hin und her pendelt. Auch die Texte haben eine gesunde Portion Wahnsinn und handeln vom Kippenmann, einem vergesslichen Weihnachtsmann, dem hungriste Mädchen der Welt oder schlicht davon, ein Stuhl zu sein.

Ganz anders schaut es mit der Musik an sich aus. Die nehmen Cruor Hilla durchaus ernst. Das zeigt die Tatsache, das sich die Band im Sommer 2012 mit Straßenmusik das Geld für die CD-Produktion erspielt hat. Und es zeigt, dass das Trio mit seinen Instrumenten umgehen kann. Denn wenn man gar nichts kann, erspielt man sich auf der Straße nicht mehrere hundert Euro, die so eine CD in der Herstellung kostet. So sind die Lieder weit vom 08/15-Punk entfernt. Mal spielt die Gitarre ein Funkriff, dann wieder etwas jazziges, während das Schlagzeug plötzlich in einen Off-Beat wechselt.

Mich erinnert das von der Herangehensweise und der Spielfreude ein wenig an Virage Dangereux, ohne jedoch wie eine Kopie derselben zu klingen. Wahrscheinlich kennen Cruor Hilla die Freiburger auch gar nicht. Wie auch immer: Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Einziges Manko ist die Aufnahme, die etwas blechern klingt. Das kann man heutzutage auch im Proberaum besser hinbekommen. Und der Titel des Albums ist selten blöd.

“Heteroaufstand in Homotown” kann direkt bei der Band erworben werden

Written by Falk Fatal

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