VILLY RAZE – De Novo CD-E.P.

Bild: Villy RazeNein, kein weiterer junger, trauriger Mann mit Gitarre, der rumjammert, wie schlecht doch alles ist. Stattdessen liefert Villy Raze auf seiner Debüt-E.P. „De Novo“ vier feine mit Band eingespielte Punkrockstücke ab.

Der Name irritiert ein wenig. Er suggeriert, dass hier nur ein weiterer Mann mit Gitarre am Werk ist. Dass stimmt so aber nicht. Stattdessen hat Villy Raze, der früher bei der Liverpooler Band The Dead Class aktiv war, seine erste E.P. mit zwei Mitstreitern aufgenommen. Es gibt hier also eine komplette Band zu hören und nicht ein weiterer Ex-Punkrocksänger oder -gitarrist, der uns zeigen will, wie toll er Woody Guthrie findet. Dass ist gut so, denn eine gewisse Übersättigung an Punkern, die nach ihrer ersten wilden Sturm-und-Drang-Phase den Folk für sich entdecken, hat mir schon eingesetzt. Gut also, dass Villy Raze hier mehr den Bandleader als den Solo-Künstler gibt.

Die E.P. enthält vier Songs, die ziemlich unterschiedlich daher kommen. “Uncle Betty” beginnt mit einem an Johnny Cash erinnernden „Boom-Chick-a-boom”-Auftakt und entpuppt sich als feiner Cowpunk-Song. “No Reward” ist dann etwas ruhiger und verspielter und wirkt noch am ehesten nach einem typischen Songwriter-Stück. “l.o.l.” zeigt Razes Vorliebe für Two-Tone-Ska und ist meiner Meinung nach, das beste Lied auf der Vier-Song-E.P. “Chalk’n’Cheese” schlägt dann mit seinen Country-Anleihen dann wieder eine Brücke zum ersten Song “Uncle Betty”.

Das klingt alles recht sympathisch, aber noch nicht wirklich zwingend. Aber als erste Duftmarke vollkommen okay. Ich denke, künftig wird da noch mehr und besseres kommen. Ich bin gespannt.

Villy Raze ist ab April auf Deutschland-Tour:

17.04.14 – DE-Bielefeld, Forum
18.04.14 – DE-Osnabrück, SubstAnZ(ab Mitternacht)
20.04.14 – DE-Berlin, Wild at Heart
21.04.14 – CZ-Liberec, Pivni Bar Azyl
22.04.14 – DE-Fürth, Kunstkeller
23.04.14 – DE-Straubing, Raven
24.04.14 – DE-München, Glockenbachwerkstatt
25.04.14 – DE-Mannheim, Kulturbrücken Jungbusch
26.04.14 – DE-Bonn, Kult 41

„De Novo“ ist bei Antipop Records erschienen

Written by Falk Fatal

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