DIE SAIGOONS – In den Straßen LP

SaigoonsJa, ja, ja – die Saigoons haben endlich ihr erstes Album vorgelegt. “In den Straßen” heißt die Scheibe und sie ist wirklich gelungen.

Ich mag das Trio aus Düsseldorf. Vergangenes Jahr hatte ich zweimal das Vergnügen die Saigoons live zu sehen. Ihre letztjährige MCD fand ich auch schon sehr gelungen, deshalb habe ich mich auf diese LP sehr gefreut und um das gleich vorweg zu sagen: “In den Straßen” ist toll geworden. Johnny, Christian und Schröder haben es geschafft die Power ihrer Liveshow zu konservieren. Die 13 Lieder sind rotzig und ungestüm, trotzdem melodisch und flott gespielt.

Ihre Mischung aus Garage und 77er-Punk mit NDW-Versatzstücken garniert ist sicher nicht neu, aber in der Form und Kombination macht mächtig Rabatz. Dazu noch das Händchen für eingängige Melodien und Textzeilen, die sich längerfristig in den Gehörgängen festsetzen und in Situationen wieder auftauchen, bei denen man das nicht unbedingt erwartet. Songs wie “Kopfsalat”, “Farewell”, “110”, “Liebe dreht sich” oder “Beating” hatte ich schon nach den Konzerten wochenlang nicht aus den Ohren bekommen. Dank “In den Straßen” konnte ich die verblassende Erinnerung wieder auffrischen. Und stellte Überraschendes fest. Dachte ich zunächst “Kopfsalat” sei wegen der Textzeile “Wir lieben den Genuss” eine Hymne auf den Hedonismus, entpuppt sich das Lied dann einfach um einen Song über Kopfsalat, in dem sich ein abgehakter Kopf befindet. Mäßig witzig, aber der Song macht trotzdem Spaß.

Überhaupt sollte man den Texten Gehör schenken, denn anders als bei so mancher Band die Garage oder 77er Punk spielt, haben die Saigoons etwas zu sagen. Das kommt zwar nicht mit dem Holzhammer daher, aber wo die Saigoons stehen, wird mit jedem Akkord, mit jeder Textzeile klar. Und der Mittelfinger ist dabei immer gestreckt.

Zwei, drei schwächere Songs wie “Sidewalksurfer” oder “Tristesse” haben sich zwar auch auf “In den Straßen” versteckt, aber das schmälert den positiven Gesamteindruck nicht im geringsten. Die Saigoons bringen mit “In den Straßen” frischen Wind in die Szene. Lohnt sich!

“In den Straßen” ist bei Campary Records, John Steam Records und My Delight Records erschienen.

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Written by Falk Fatal

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