FALK FATALS KLEINE SINGLE PARTY (2)

singleparty_dezREVIEWS: Neuer Monat, neue Single-Party! Dieses Mal wurden die neuen Singles von Duesenjaeger/Countdown to Armageddon, Bad Ideas, Lambs/Kenny Kenny Oh Oh, Emscherkurve 77 und The Lovesores auf Herz und Nieren getestet.

DUESENJAEGER/COUNTDOWN TO ARMAGEDDON

Duesenjaeger im Split-Single-Rausch: Nach den beiden Scheiben mit Oiro und Captain Planet folgt nun der dritte Streich. Mit dem betreten Duesenjaeger gewissermaßen Neuland. Waren Oiro und Captain Planet zwei Bands, die musikalisch aus der gleichen Ecke kommen, sind die Amis von Countdown to Armageddon nicht nur deutlich dunkler, härter und aggressiver als die vorherigen Splitbands oder auch als Duesenjaeger selbst, sondern sind der erste Splitpartner aus dem Ausland. Mich erinnert die Band aus Seattle ein bisschen an Tragedy und auch an KiIlling Joke. Auf jeden Fall eine interessante Mischung. Von der Band werde ich mir auf jeden Fall mehr besorgen. Und Duesenjaeger dann wieder mal mit einem großartigen Song. “Fass ohne Boden” hat ebenfalls eine düstere Stimmung und passt deshalb prima zu “State of Lunacy” von Countdown to Armageddon. Abgerundet wird diese feine Veröffentlichung durch die hübsche Aufmachung mit 300 gr. Cardboard-Stecktasche und 350 gr. Beiblatt. Ach ja: Ranhalten. Das ist schon die 2. Auflage der ursprünglich auf der Tour verkauften Single. Ich bin mir sicher, auch die wird nicht lange reichen.

BAD IDEAS – The Better Parts of You EP

The Bad Ideas stammen aus Leeds und spielen Emo-Poppunk, der klingt, als hätte Marty McFly ihn aus den späten 1990er, frühen 2000ern mit seinem DeLorean direkt in Zukunft gebracht. Aber wie auch schon bei vielen Emobands aus dieser Zeit, fehlt mir hier der Biss und die Kanten. Gewiss, die vier Songs auf dieser nur digital veröffentlichten EP sind gefällig gespielt, die Musiker beherrschen ihre Instrumente, aber es fehlt das gewisse Etwas. Irgendein Merkmal, dass die Band von den anderen Bands der Genres unterscheidet und hervorhebt. Insgesamt klingt mir das dann doch zu sehr nach einer Band von Jimmy Eat World-Fans, die versuchen ihren Idolen nachzueifern.

LAMBS/KENNY KENNY OH OH – Split-7”

Beide Bands kannte ich vorher nur vom Namen und hatte doch nur Gutes gehört, umso gespannter war ich also auf das Hörerlebnis. Und ich wurde nicht enttäuscht, um dass gleich vorwegzunehmen. Lambs kommen aus Köln und steuern zwei Songs zu dieser Split-7” hinzu. Die Musik erinnert mich angenehm an den Sound, der Ende der 90er, Anfang des Jahrtausends in vielen besetzten Häusern und AJZs lief: Emotionaler, mit einer gewissen Molllastigkeit gespielter, Punkrock, der es schafft ohne Floskeln trotzdem politische Inhalte zu transportieren. Mir fallen da spontan alte Muff Potter ein, El Mariachi, Exil, Panzerkroiza Polpotkin oder Dellwo und noch etliche andere, die damals solch einen ähnlichen Sound spielten. Nicht so wie heute, wo bei jeder zweiten Band, die einen Wipers-Einschlag auf der Gitarre ein “Präsentiert von Intro oder Visions”-Aufkleber prankt. Zwei tolle Songs einer tollen Band. Da muss ich mir unbedingt noch mehr von besorgen.

Den Split-Partner geben Kenny Kenny Oh Oh aus Leipzig ab. Die sind musikalisch etwas krachiger und erinnern mich nicht nur wegen dem englischen Gesang an alte Dangerhouse-Bands. Finde ich auch klasse. Besonders “Sandy doesn’t know” gefällt mir richtig gut. Auch hier erzählen die Texte kleine Geschichten statt mit dem Holzhammer Politfloskeln einzuprügeln. Kenny Kenny Oh Oh sind ebenfalls eine tolle Band, von der ich mir unbedingt die 7” besorgen muss. Rundum also eine klasse Split-7”.

EMSCHERKURVE 77 – Wurzeln, Seele, Elternhaus 7”

Der Titelsong “Wurzeln, Seele, Elternhaus” beginnt mit einem geilen Intro und steigert sich dann in einen melodischen, hymnischen Punkrocksong mit fetten, mitsingkompatiblen Chören. Textlich geht es um Heimat, die eigene Scholle, den Platz, an dem man gerne lebt. Gibt sicher Menschen, die gerne daran denken, wo sie herkommen und wo sie gerade leben. Ich kenne aber auch genug, die froh sind, dass sie da weg sind. Wie auch immer: ich bin mir sicher, das Lied wird in Windeseile einer der neuen Hits der Band aus dem Ruhrpott. Die Flipsite “Genug zu tun” ist ähnlich melodisch und hymnisch. Textlich feiert sich die Emscherkurve 77 selbst und singt darüber, wie schön es doch ist, mit der Band unterwegs zu sein. “Touring, touring is never boring” sangen schließlich ja schon die Ramones und die müssen es wissen. Die Single richtet sich vor allem an die Die-Hard-Fans der Band, denen die Wartezeit zum nächsten Album verkürzt werden soll. Allerdings sollte sich beeilen, wer die Platte haben will, denn es gibt nur 300 Stück, davon 77 in farbigem Vinyl. Anfang nächsten Jahres soll dann ein neues Longplayer erscheinen.

THE LOVESORES – Fucke-Wolf vs. Spitfire 10”

Ich wusste gar nicht, dass Jeff Fieldhouse und Scott Drake von den Humpers eine neue Band am Start haben. Aber sie haben eine neue Band am Start: The Lovesores. Und die hat sich in den vergangenen drei Jahren zu eine der wichtigsten und besten Rock’n’Roll-Bands an der Westküste entwickelt – was mich überhaupt nicht wundert. Denn ihre neue EP “Fucke-Wolf vs. Spitfire” ist ein Knaller. Vier tolle Songs irgendwo zwischen Punk, Garage und Rock’n’Roll, die klingen als würden Johnny Thunders, Handsome Dick Manitoba und Dee Dee Ramone besoffen aus dem CBGB’s wanken. Ich bin begeistert! Und das nicht nur von der Musik, sondern auch von der schicken Aufmachung mit tollem Cover sowie Downloadcard und das alles noch im schicken 10”-Format. Tolles Scheibchen! Im Frühjahr kommt die illustre Truppe übrigens auf Eurotour. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, denn live sollen the Lovesores der Knaller sein. Ich freue mich drauf!

Die Split-7” von Duesenjaeger und Countdown to Armageddon ist bei Grabeland Schallfolien erschienen

“The Better Parts of You” ist bei Uncle M Music erschienen

Die Split-7″ von Lambs und Kenny Kenny Oh Oh ist bei Contraszt! Records erschienen

“Fucke-Wolf vs. Spitfire” 10” ist bei Hound Gawd! Records erschienen

“Wurzeln, Seele, Elternhaus” 7” ist bei Sunny Bastards erschienen

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Written by Falk Fatal

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