CJ RAMONE – Last Chance to dance CD

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©Yuki Kuroyanagi

CJ Ramone will es noch einmal wissen und beschwört den Geist der Ramones hervor. Leider ist das in diesem Fall nur der Geist der späten Ramones.

CJ Ramone ist neben Marky und Richie der letzte lebende Ramone. Er löste 1989 Dee Dee Ramone ab, der die Band verließ, um als Dee Dee King Karriere als Rapper zu machen. Das schlug bekanntlich fehl, die Hip-Hop-Welt wartete nicht gerade auf einen weißen Junkie, der sich am Hip Hop versuchte. Christopher Joseph Ward, wie CJ Ramone bürgerlich heißt, konnte es egal sein, er war jetzt in der Band, von der er sein Leben lang Fan war. Schöne Sache für ihn und so konnte er mit seinen Helden noch die Alben “Loco Live”, “Mondo Bizarro”, “Acid eaters” und “¡Adios Amigos! aufnehmen, bevor sich die Punklegende 1996 endgültig auflöste.

CJ Ramone machte weiter Musik und spielte in den wenig bekannten Bands Los Gusanos und Bad Chopper bis er 2012 beschloss solo als CJ Ramone Musik zu machen und sein erstes Soloalbum “Reconquistain” veröffentlichte. Das kam gut an und so legte CJ Ramone die Tage sein neustes Werk nach. “Last Chance to Dance” heißt es und wurde mit Steve Soto und Dan Root von den Adolescents und David Hidalgo, Jr. von Social Distortion von prominenten Musikern mitaufgenommen.

Musikalisch erinnert “Last Chance to Dance” vor allem an die späteren, meiner Meinung nach eher langweiligeren Veröffentlichungen der Ramones. Ich finde nach den ersten drei Alben ging es mit den Ramones ein wenig bergab. Der Versuch mit poppigeren Songs ein größeres Publikum zu erreichen, mag aus Bandsicht verständlich sein, als Fan der ersten drei Alben muss mir das aber nicht gefallen. Zwar gab es immer noch tolle Songs zu hören, doch die Hitdichte und Qualität der ersten drei Alben erreichten The Ramones danach nie mehr.

Und das ist auch das Problem, das ich mit “Last Chance to Dance” habe. Die Songs sind mir einfach zu ruhig, zu poppig, zu wenig auf die 12. Mir fehlt da der Rotz, das Gelangweiltsein, der Frust, der Punk. Irgendwie passend, das mir mit “Cluster Fuck” der Song am besten gefällt, der am wenigsten nach Ramones klingt und eine tolle HC-Nummer ist.

Ramones-Maniacs werden mich jetzt wahrscheinlich steinigen, aber wirklich weiterempfehlen kann ich das Album nicht. Wer die Ramones abgöttig verehrt, wird an dem Album nicht vorbeikommen, ist klar. Der Rest wird mit Ramones-beeinflussten-Punkbands sicher besser fahren.

“Last Chance to Dance” ist bei Fat Wreck Records erschienen

Written by Falk Fatal

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