NO MAN’S LAND – No Way Back Home CD///SURGERY WITHOUT RESEARCH Birth/Lies/Death CD

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Der alte UK-Punk und Oi wird niemals aussterben. Dafür sorgen Bands wie No Man’s Land aus Indonesien oder Surgery without Research, die die Flamme am Leben halten. Was oft nach besoffenem Altherrenrock klingt, kommt hier erstaunlich frisch und ordentlich rüber. 

NO MAN’S LAND – No Way Back Home CD

Ich finde es immer wieder erstaunlich, in welchen “exotischen” Ländern es Punk, Oi und Hardcore gibt. Eines dieser Länder ist Indonesien. Und die älteste und wahrscheinlich bekannteste Oi-Band des Landes, No Man’s Land, hat gerade mit “No way Back Home” ihr neustes Album veröffentlicht. Die Band stammt aus Ostjava und existiert seit 1994. “No Way Back Home” ist ihr insgesamt sechstes Album, dank dem niederländischen Aggrobeat Label das zweite auf CD. Die älteren Veröffentlichung gab es, für ostasiatische Bands nicht untypisch, nur auf Kassette.

Doch lassen wir die Vergangenheit Vergangenheit sein und wenden uns wieder der Gegenwart zu. No Man’s Land spielen klassischen britischen Oi, der deutlich von Cockney Rejects und Cock Sparrer beeinflusst ist, schön mit melodischer Gitarre und satten Mitgrölrefrains. Und gleich vorweg: Die Band braucht keinen Exotenbonus. Sie bekommt das auch ohne ganz ausgezeichnet hin und schlägt sich dabei deutlich besser, als so manch deutsche Skintruppe, deren musikalische Ergüsse mit peinlich, oft verniedlichend umschrieben werden.

Man hört der Band an, dass sie schon ein paar Jährchen zusammen spielt. Der Gesang erinnert mich ein wenig an englischsprachigen Songs von Loikaemie. Das ist alles weit entfernt von musikalischer Perfektion, gewiss, aber es klingt einfach charmant. Und im Gegensatz zu so manch anderer Oi-Kapelle, ist das hier kein verkappter Hardrock oder Heavy Metal, sondern schlichter, klassischer Oi – so wie er sein muss. Gesungen wird in Englisch, textlich darf man da natürlich keine Wunderdinge erwarten. Doch es geht. Neben einigen typischen Oi-Songs über Zusammenhalt und Working-Class, gibt es auch ein paar eher persönliche Songs. Geistige Ausfälle oder schlimmeres sucht man vergebens.

Alles in allem ist “No Way Back Home” ein ordentliches Oi-Album, dem vor allem Freunden des klassischen Brit-Oi mal ein Ohr leihen sollten. Well done!

SURGERY WITHOUT RESEARCH Birth/Lies/Death CD

Wenn eine CD 38 Lieder enthält erwarte ich normalerweise übelstes Geknüppel und Gekeife. Schaue ich mir dann noch die Songlänge an, die bei Surgery Without Research aus Kent/England im Schnitt eine Minute beträgt, gehe ich eigentlich fest davon, dass die nächsten 45 Minuten schlimm für meine Ohren werden. Ich lege die CD also ein, bin auf das Schlimmste gefasst und dann: nichts. Naja, zumindest kein Geknüppel und Gekeife. Stattdessen gibt es melodischen, aber doch rotzigen HC-Punk zu hören, der seine Vorbilder zwar ganz klar bei den britischen HC-Punks der School of ‘82 hat, aber diese nicht einfach dumpf kopiert. Die Songs sind zwar kurz, aber kein stumpfes Geprügel. Es geht hart zur Sache, aber so, dass auch melodiebewusste Punks die Scheibe hören können.

Die Band gibt es seit 2002, hat in dieser Zeit etliche CD-Rs und 7”s veröffentlicht, die meist nur in geringen Stückzahlen erschienen und längst vergriffen sind. Fünf von diesen Tonträgern sind hier zu hören. Insgesamt 38 Songs, die für diese CD remasterd wurden, und die Freunden des rauen Englandpunks sicher gefallen dürften.

„No Way Back Home“ und „Birth/Lies/Death“ sind bei Aggrobeat Records erschienen

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Written by Falk Fatal

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