STRANGE WILDS – Subjective Concepts CD

Strange Wilds Band Photo

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Grunge is back! Strange Wilds erwecken mit “Subjective Concepts” ein totgeglaubtes Genre zu neuem Leben.

Ich weiß, es ist nicht wirklich fair, eine junge Band ausschließlich mit einer Band zu vergleichen oder sie gar darauf zu reduzieren. Aber wer sich das fulminate Debütalbum “Subjective Concepts” von Strange Wilds einmal angehört hat, wird mir zustimmen, das der Vergleich mit Nirvana wie die Faust aufs berühmte Auge passt. Beide Bands kommen bzw. kamen aus der Universitätsstadt Olympia, die im US-Bundesstaat Washington liegt und nur einen gefühlten Steinwurf von Seattle entfernt ist. Seattler? Ja Seattle, da klingelt doch was bei euch. Eben, Grunge. Den spielen Strange Wilds mindestens ebenso brachial und aggressiv wie Nirvana einst auf ihrem Debütalbum “Bleach”, das zu jener Zeit auf Sub Pop Records erschienen ist. Wo wir bei noch einer Parallele sind: auch “Subjective Concepts” wurde von Sub Pop veröffentlicht. Und ich persönlich finde ja auch, dass der Gesang durchaus in die Richtung des ollen Kurt Cobains geht.

Aber Strange Wilds sind alles andere als Copy Cats. Klar, Nirvana lief bei Steven, Sean und Allen sicher früher häufig auf der heimischen Stereoanlage. Aber halt auch Punk, Hardcore, Noiserock und sicher auch die eine oder andere Scheibe von Touch’n’Go Records. Und all diese Einflüsse sind seit 2012 zu dem angepissten Sound geworden, der auf “Subjectice Concepts” zu hören ist.

Es beginnt mit dem brachialen Opener “Pronoia”, der wie ein Güterzug über dich hinwegrollt und definitiv in einer Aggro-Liga mit “Territorial Pissings” spielt. Geil dieser ulta-angepisste, wütende Schreigesang. Etwas filigraner kommt der zweite Song “Starved for” daher, mit “Autothysis” wandelt sich die Wut in gelangweiltes Desinteresse. Ähnlich “ruhig” geht es dann mit “Don’t have to” weiter, nur mit dem folgenden “Egophilia” einen 1a-Hardcore-Brecher vom Zaum zu lassen. Sehr dynamisch geht es mit “Oneirphobe” weiter. Das folgende “Disbain” ist wieder sehr hardcorelastig, bei “Pareidolia” begeistern neben dem Gesang die ultarschweren (nicht im Sinne von kompliziert, wenn ihr wisst was ich meine) Gitarrenriffs. fast schon episch muten dagegen die beiden letzten Songs auf dem Album, “Lost and Found” und “Outercourse”, an.

Nach gut 35 Minuten ist der Spaß leider auch schon wieder vorbei. Und dieses Album ist ein Spaß. Es ist aggressiv, es ist sperrig und verweigert sich erfolgreich irgendwelcher Anbiederei. Ich weiß, dass ich in letzter Zeit häufiger sehr begeistert war von einigen Bands. Und vielleicht wirkt es so, als würde ich hier bedenkenlos alles abfeiern, was mir vor die Füße fällt. Dem ist aber nicht so. Reiner Zufall. Und spätestens wenn ihr das Album gehört habt und ebenso sehr die “Bleach” und “Incesticide” von Nirvana mögt wie ich, werdet ihr meine Begeisterung verstehen. Strange Wilds haben mit “Subjective Concepts” ein großartiges Debüt hingelegt. Bleibt zu hoffen dass ihrer Karriere eine längere Halbwertszeit vergönnt ist als bei großen Vorbildern.

“Subjective Concepts” ist bei Sub Pop Records erschienen

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Written by Falk Fatal

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