Gig-Bericht: Feine Sahne Fischfilet am 15. Januar im Substage Karlsruhe

Bocky hatte einen guten Abend in Karlsruhe bei Feine Sahne Fischfilet und später bei The Offenders. Doch lest selbst, was er erlebt hat.

Die erste Kippe nach Wochen, zusammen mit nem leckeren Feierabendbier, zieht mir weniger den Boden unter den Füßen weg, als erwartet. Als Gelegenheitsraucher, der die vergangenen sechs Wochen aufgrund diverser Begebenheiten nicht zum Rauchen kam, bin ich wirklich erstaunt und schiebe das nicht Eintreten des erwarteten Effekts auf die Vorfreude auf das Konzert. Die Vorband Akktenzeichen bekomme ich nur mit einem Ohr mit. Zum einen, weil ich recht spät im Substage ankomme und zum anderen, weil sich die Belegschaft hinter der Theke wie Zapfazubis und Rechenkünstler aus der dritten Klasse Grundschule verhalten. Trotzdem ist das nicht so wild, Pfadfinder-Klampfe und Quetschkommode sind nicht so meins, das ist mir zu liedermacherhaft. Ich ignoranter Arsch bin ja auch wegen dem Hauptact da. Sänger Monchi ist schon so gut drauf, dass er bereits beim zweiten Song auf der Bühne umherdopst. Es dauert nicht lange und man erfährt den Grund dafür: Der Schuppen ist mit rund 1.000 Personen ausverkauft. Das freut mich ganz arg, auch wenn FSF schon lange keine Punkband mehr sind, sondern Antifa-Indiepop. Mir macht das richtig Spaß so viele Fans auf Musik mit Ansage feiern zu sehen und wie sie den wuchtigen Sänger über ihren Händen tragen, während unzählige Hände auf seinem Bauch rumpatschen. Irgendwie ist das alles ganz schön harmonisch und alle sind der Meinung, die auf der Bühne vertreten wird: Refugees Welcome, Alerta Antifascista, Niemand muss Bulle sein. Zwar etwas komisch, wenn ich mir überlege, was derzeit im Alltag so los ist, doch entspannend, wenn man mal abschalten kann.

Völlig zufrieden und mit leichter Beleuchtung geht es quer über die Straße in die Alte Hackerei, wo die „Aftershow-Party“ mit The Offenders aus Berlin stattfindet. Hier ist der Altersdurchschnitt deutlich höher, trotzdem hat man einige davon gerade eben noch bei FSF gesehen. Bei Sixties-Beat-Ska-Punk lasse ich mich bestens weiter unterhalten. Direkt neben der Bühne stehend ist der Sound um einiges besser als im großen Laden, ebenso wie die Kuscheligkeit zu dem tanzenden Mob vor der Band. Das ist halt doch ne weitaus persönlichere Veranstaltung. Doch nen Deutsch-Leistungskurs-Vergleich zwischen den beiden Konzerten wird es jetzt nicht geben.

Stattdessen sitze ich später mit ein paar Pappnasen an einem Tisch bei Mexikaner sowie Pfeffi, drehe den Dimmer der Lichter hoch und paffe fröhlich vor mich hin.

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Written by Falk Fatal

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