Defiance – No Future No Hope LP Review

Defiance - No Future No Hope, ein Meilenstein der Punk-Musikgeschichte

Defiance – No Future No Hope, ein Meilenstein der Punk-Musikgeschichte

Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, ich könne mich an das erste Hören dieses Albums so erinnern als sei es gestern gewesen. Aber ich übertreibe sicher nicht, wenn ich behaupte, dass in Mannheim den Kerlen damals ein Ei aus der Hose sprang und die Mädels harte Brustwarzen bekamen. Denn was Defiance damals über den Atlantik schickten, war die perfekte Mischung aus Anarcho-HC-Punk und toughen Streetpunk, von der sich jeder mitreißen ließ. Egal in welcher Punkbutze man 1997 in Mannheim reinpurzelte, lief das Vinyl in Dauerschleife – keine Ahnung, ob es die CD damals überhaupt in Schland oder Europa gab!? Zu wirklich jeder Tages- oder Nachtzeit mussten die 13 Lieder über Monate hinweg ständig gehört werden. Ob beim Haarestellen bevor man abends in Richtung JUZ Mannheim loszog oder kurz vor’m Morgengrauen, wenn man noch fix ne Packung Nudeln mit Tomatensauce in der WG anrührte, Defiance liefen dabei wirklich andauernd. Der Grund dafür ist der selbe, den ich auch heute anführe: No Future No Hope ist eines der wenigen Alben, das das Prädikat zeitlos tatsächlich verdient. Denn auch 2016 knallen Songs wie Fuck Them All, No Future No Hope, Fuck This City oder Self Imposed Slavery unheimlich heftig, obwohl sie schon zwei Jahrzehnte auf dem Buckel haben – VÖ-Jahr war 1996. Klar kennt man die Aussagen, dass sich nicht einmal viele Inhalt aus den frühen Achtzigern selbst überholt haben. Bloß beziehe ich mich bei meiner Argumentation nicht auf die Texte, sondern die sagenhafte Musik. Heute wie damals ist No Future No Hope eins der ganz großen Punk-Alben der Neunziger. Daran ist nicht zu rütteln, das ist in Stein gemeißelt!

Darum ist es klasse, dass sich Matus Records über mehrere Monate die Mühe machte diesen Meilenstein neu aufzulegen. Der eigenen Liebe zum Album wegen in stattlicher 140gr Ausführung auf marmorierten Vinyl und wie beim Original im Klappcover, auf dessen Innenseite man alle Texte findet. Neu und zur Unterscheidung wegen ist dafür das Backcover, auf dem ein Foto aus alten Tagen zu finden ist.

Nicht aus 1996, sondern 1995 in Edinburgh/Schottland

Nicht aus 1996, sondern 1995 in Edinburgh/Schottland

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Matus Records

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Written by Bocky

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