Alte Sau – To be as livin’ CD/LP

Alte Sau veröffentlichen mit „To be as livin'“ ihr zweites Album. Auf diesem wird wieder herrlich georgelt.

Eigentlich darf man als geile Band nicht lange existieren und beispielsweise zwölf Alben veröffentlichen. Vielleicht zwei, höchstens drei. Aber dann sollte Schluss sein. Denn spätestens ab dem vierten Album kann man es als Band eigentlich nur noch falsch machen. Bleibt man sich treu und verfeinert nur in Nuancen seinen Stil, schreien die einen: “langweilig!” Möchte man das verhindern und verändert den bisher bekannten und beliebten Sound, wittern andere sofort “Verrat” und “Ausverkauf”. Kurzum: wie man es macht, macht man es verkehrt. Jens Rachut ist dieser Zwickmühle immer ausgewichen, indem er seine Bands meist nach dem zweiten Album auflöste. Ausnahme waren Kommando Sonne-nmilch, aber da waren die ersten zwei Alben so experimentell, dass selbst eingefleischte Rachut-Fans einen Bogen darum machten.

Sein jüngstes musikalisches Projekt sind Alte Sau. Mit “To be as livin’” ist kürzlich das zweite Album erschienen und man darf gespannt sein, ob der Band eine länaltesau_covergerfristige Zukunft beschieden sein wird oder ob es bald wieder “Tschüss, das war’s” heißen wird. Unabhängig davon, macht Jens Rachut seit rund 30 Jahren sein Ding und eine Jens-Rachut-Platte klingt nach einer Jens-Rachut-Platte – egal, ob mit Gitarren oder Orgeln. Das heißt im Fall von “To be as livin’” (das anscheinend eine lautmalerische Verneigung von Produzent Tobias Levin ist): wer sich schon früher am Rachutsound sattgehört hatte, wird auch mit “To be as livin’” seine Probleme bekommen. Wer sich am Rachutsound noch nicht sattgehört hat, wird große Freude daran haben. Ich gehöre zur letzteren Fraktion, die sich wieder an den kauzigen Assoziationsketten erfreut, die Rachut mit seinem Sprechgesang spinnt – gekonnt zwischen Hysterie und allwissend changierend – und die dieses Mal anscheinend auf die Vergänglichkeit und Geschwüre anspielen. Meine Favoriten sind “Sauna und Krieg” und “Maschinen”.

Alte Sau sind nicht Jedermanns Sache und “To be as livin’” wird bestimmt nicht allen gefallen. Mir schon.

“To be as livin’” ist beim Major Label erschienen

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Written by Falk Fatal

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