RANDGESCHICHTEN #15

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In den Randgeschichten dreht sich alles um Skaten und Punkrock. Alles schön verpackt im klassischen Schnippellayout und fertig ist feines Egozine.

Ich begann meine kurze Skateboard-Karriere ungefähr im Alter von zehn, elf Jahren. In unserem Heimatdorf gab es im Neubaugebiet eine steil-abschüssige Straße, die super asphaltiert war. Für uns wilder Haufen war das natürlich der perfekte Spot, um mit unseren irrsinnig breiten Skateboards, die es damals in Spielzeuggeschäften zu kaufen gab und die mit He-Man oder den Teenage Mutant Ninja Turtles bedruckt waren, den Berg hinunter zu fahren. Anfangs saßen wir alle auf unseren Boards, später wurden wir wagemutiger und fuhren im Stehen

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den Berg herunter. Das ging etwa einen Sommer lang. Schürfwunden auf Knien und Händen, abgewetzte Jeans und zwei Paar Turnschuhe mit weggeschliffener Sohle waren meine persönliche Bilanz. Dann wurde es Herbst, das Board wanderte in den Keller und im nächsten Frühjahr hatten sich die meisten der Jungs, mit denen ich die Berge herunterfuhr, “richtige”
Skateboards gekauft und übten fleißig Ollies und irgendwelche Flips. Dafür war mein Board nicht zu gebrauchen, für ein “richtiges” hatte ich kein Geld oder wollte keins ausgeben und so war meine Skateboardkarriere relativ schnell vorbei.

Wie Mareike zum Skaten gekommen ist, weiß ich nicht. Aber nach Lektüre ihres formidablen Egozines Randgeschichten weiß ich, dass sie mit Leidenschaft skatet. Sie dürfte damit die erste Frau sein, die ich kenne (wenn auch nur durchs Lesen ihres Hefts), die Skateboard fährt. Ich verfolge die Skateboardszene jetzt nicht wirklich, doch in Wiesbaden sehe ich eigentlich immer nur Jungs auf den Brettern stehen. Mädchen lungern höchstens mal am Rande herum und schauen zu. Das ist zumindest mein Eindruck. Schön also, dass es doch auch Frauen gibt, die skatet. Und schön, dass Mareike darüber und über ganz viel Erlebnissen auf Punkrock-Konzerten in ihrem Fanzine Randgeschichten berichtet. Das ist nämlich eine weitere Seltenheit, zumindest bei den Punkzines hierzulande: die werden äußerst selten von Frauen herausgegeben.

Kommen wir also zu den Randgeschichten. Das ist ein kleines, handkopierten Egozine, die es mittlerweile leider viel zu selten gibt. Doch Mareike gehört zu diesen Unbeugsamen, die darauf verzichten das Internet vollzuschreiben und stattdessen zu Prittstift und Schere greifen und ein Zine herausbringen. Schon seit 15 Ausgaben macht sie das und endlich habe ich mal Gelegenheit, das Heft zu lesen. Das Resultat gefällt mir. Ihre Berichte über besuchte Punkrockkonzerte, Erlebnisse on the Road sowie übers Skateboarden sprühen nur so vor positiver Energie und das macht einfach Spaß zu lesen. Daneben gibt es noch ein längeres Interview mit der Stuttgarter Band Überdosis, von der auch eine CD beiliegt. Alles schön Oldschool im A5-Format und im klassischem Schnippellayout gestaltet: fertig ist feines, kurzweiliges Fanzine. Schreibt der Mareike ruhig mal eine Mail (randgeschichten(at)gmx.net) und bestellt euch das Heft. Der eine Euro plus Porto sollte es euch wert sein.

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Written by Falk Fatal

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