THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM – Mama ich blute CD/LP

Bild: tchik

The Toten Crackhuren im Kofferraum haben ein neues Album draußen. Das hat leider nicht nur Höhepunkte. Aber die beiliegende Bonus-CD von Lulu und die Einhornfarm entschädigt für alles. Toller, simpler Punk, mit NDW-Einschlag. Klasse!

Ganz ehrlich, ich weiß nicht so recht, was ich diesem Album halten soll. Der Grad zwischen genial und banal ist ein schmaler und TCHIK wandeln auf Mama ich blute auf beiden Seiten der Grenze. Der Opener, das Turbonegro-Cover „The Age of Sternburg“, und das darauffolgende „Geniale Asoziale“ sind großartige Elektro-NDW-Punk-Knaller, die wirklich in einer Tradition mit den im Bandinfo erwähnten Ätztussis oder Hans-A-Plast stehen. Auch die Vorabsingle „Klaus“, ein feiner Elektropop-Song, macht großen Spaß. Ebenso „Dreckige Wäsche“, „Last Unicorn“, „Kopf/Knie“ sowie „Loveboat Kapitän“ gehen in eine ähnliche Richtung und wissen zu gefallen.

Bild: CoverDann gibt es jedoch Songs wie „Du fehlst mir“, das an Tic Tac Toe erinnert, und das sicher nicht nur wegen dem Gastgesang von Bela B. auch im Mainstream gut ankommen könnte. Das gleiche gilt für „Heute Nacht“. Beides Songs, denen Ironie und Witz fast gänzlich fehlt, die sonst die übrigen Songs auszeichnet. Auch mit Druffi-Nummern für die Deichkind-Fraktion wie „Wir werden nicht nüchtern“ oder „Verrückt bleiben“ kann ich nichts anfangen. Aber vielleicht sind das auch nur die Radionummern für den großen Durchbruch. Wer weiß. Deshalb ist Mama ich blute für mich ein Album mit etlichen Höhen, aber auch fast so vielen Tiefen.


The Toten Crackhuren Im Kofferraum (TCHIK) — Geni… – MyVideo

Das es auch anders geht, zeigt die Bonus-CD der Premium Doppel-CD (die limitiert ist, also beeilt euch! Kauft jetzt die Platte und lest gleich warum). Denn diese enthält das komplette Album von Lulu & die Einhornfarm. Und das hat es in sich in! Ich weiß jetzt nicht, ob ich der Hater bin, von dem im Promoinfo die Rede ist, aber es stimmt: „Iih hier riechts nach Lulu“ ist leider geil. Wobei ich das leider gerne streichen möchte. Lulu und die Einhornfarm ist wohl ein Nebenprojekt der Crackhuren und das ist sowas von geil. Hammer.

Musikalisch schlichter Punk, der dann und wann Wir sind Helden persifliert (ganz groß bei „Tribute to Bierschiss“!!!). Textlich könnte man sagen, naja, es geht nur um ficken und saufen. Aber, wir leben leider immer noch in einer Welt, in der Männer das öffentlich postulieren dürfen und dann für die tollsten Stecher gefeiert werden (was sie aber nach zehn, zwölf, fünfzehn Bieren, Schnäpsen usw. nicht mehr sind. Auch wenn die Selbstwahrnehmung in diesen Momenten dem männlichen Stecher etwas anderes suggeriert.) und wenn Frauen das tun, dann sind das gleich Schlampen. Ist natürlich Bullshit. Nur gesagt und eingefordert wird dieses Right-to-Party leider viel zu selten. Selten eine Band mit weiblichem Gesang gehört, die so explizit von Abstürzen und Sex gesungen hat. Östro 430 oder Hans-A-Plast fallen mir da spontan als Schwestern im Geiste ein, die das einfordern, was für Männer als selbstverständlich gilt.

Und Jungs, manchmal ist wirklich nur euer Glied der Grund, warum Frauen es ertragen, wenn ihr Schlag den Raab- oder Bundesliga-Schauen, als romantischen Abend verkauft.

Einziges Manko: Warum wird diese großartige Platte nur als Bonus-CD der Crackhuren verkauft? Lulu & Einhornfarm hätten ein eigenes Album verdient. Denn großartig ist es!

„Mama ich blute“ ist erschienen bei Destiny Records

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Written by Falk Fatal

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