Abbruch – Bunt ist besser CD

Außen pfui, innen fast hui: mit diesem Fazit lässt sich „Bunt ist besser“, dem neuen Album von Abbruch, beschreiben.

Als ich bei Falk anklopfte, um ihn zu bitten, bei ihm etwas mitzumachen, war aber nicht gemeint Alben besprechen zu müssen, die ich per se fürchterlich finde. Vielleicht hätte ich ihm das sagen sollen. Andererseits weiß ich um die Problematik. Denn wenn ne Band schon was schickt, dann möchte man ihr halt auch zumindest ein Feedback in Form eines Reviews geben.

Also gut: Neben dem schon fragwürdigen Titeldes neuen Albums von Abbruch ist das Cover einfach völlig daneben! Welcher Vollhonk wurde denn damit beauftragt so eine gequirlte Scheiße zu verzapfen? Ohne Flachs, selbst mein fünfjähriger Sohn würde sich mittlerweile für so einen einfallslosen Käse selbst bestrafen, indem er freiwillig sowie hungrig ins Bett gehen würde, nachdem er darum gebeten hätte erst mit sieben Jahren eingeschult zu werden. Sorry, aber selbst ein tibetanisches Yak mit verkrüppelten Vorderläufen und verbundenen Augen, hätte das bereits am Schlachthaken hängend und bei schon eingeleiteter Schächtung mit in Fingerfarben getauchten Ohren während seines Todeskampfes besser hinbekommen!

Wenn wir schon bei der grafischen Leistung der Band sind, so darf man unmöglich das gar nicht tolle Bandlogo erwähnen. Ein lachender Clown-Harlekin-Kasperle-Depp mit Iro, der die Zunge rausstreckt. Herrje, Bauchweh ist witziger als dieser Stuss. Wie matt in der Birne muss man denn als Band sein, wenn man sowas gut findet und sich nicht schämt damit hausieren zu gehen? Ich meine das hat weder was mit juvenilem Blödsinn noch mit ernstgemeinter Provokation zu tun. Das ist einfach bloß bodenlos peinlich und nährt das Klischee des Parka tragenden Klappiro-Hippiepunks, der nach seiner hauseigenen Rebellion entweder als verdrogtes Alkifrack endet, dem im Rausch gerne mal die Hand ausrutscht, ganz egal ob er dabei den Hund, die Frau oder das Kind erwischt. Oder die Flitzpiepe macht nach zwei Jahren doch ne kaufmännische Ausbildung, weil jetzt mal gut ist und prahlt in der Berufsschule von seiner wilden Jugend.

Musikalisch hingegen kann man „Bunt ist besser“ tatsächlich als Fun-/Deutschpunk der besseren Sorte durchgehen lassen. Das Randberliner Trio gibt sich dabei wirklich Mühe und ist mehr als „stets bemüht“. Die wissen ihre Instrumente zu bedienen und haben meistens noch mindestens ein Extra pro Song mit eingebaut – Geige, Klavier, Trompete, etc.. Das macht die 16 Songs recht abwechslungsreich, fast sogar schon ein bisschen zu viel. Aber im Vergleich zu ihrem Vorgänger Nimmerland (auch so ein beschissener Namen mit ebenso grenzdebilen Cover) haben sie enorm an ihren Songs gefeilt. So kommen die Lieder viel runder rüber und wirken wie aus einem Guss. So wundert es mich nicht, dass die Band Fans hat.

So ihr Abbruchs, dann seid mal nicht allzu sauer. Nen ähnlichen Anschiss haben sich Take Shit seinerzeit auch anhören müssen und haben den Spieß dann einfach umgedreht, indem ich das neue Cover hätte machen sollte. Insofern war es vielleicht besser, dass sie sich aufgelöst haben, bevor ich mich wirklich dran gesetzt hätte.

Erschienen ist“Bunt ist besser“ bei Abbruch Records und Impact Records

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[Gesamt:7    Durchschnitt: 3.3/5]

Written by Bocky

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